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Distelhäuser Medienwerkstatt '26

27. Juni 2026

17. Distelhäuser Medienwerkstatt: Medienbildung zum Ausprobieren – auch bei über 30 Grad

150 Lehrkräfte und angehende Lehrkräfte, mehr als 40 Workshops, eine Keynote und jede Menge Gelegenheit zum Ausprobieren: Die 17. Distelhäuser Medienwerkstatt verwandelte das Neue Schloss in Distelhausen wieder für zwei Tage in einen Treffpunkt für alle, die Schule aktiv mitgestalten möchten. Am Dienstag besuchten rund 80 Referendarinnen und Referendare die Veranstaltung, am Mittwoch folgten etwa 50 Lehrkräfte aus der Region. Trotz hochsommerlicher Temperaturen war das Interesse ungebrochen.

Wenn es im Schloss zu warm wird, geht's einfach nach draußen

Die sommerliche Hitze stellte das Organisationsteam zwar vor kleine Herausforderungen, brachte aber auch eine besondere Atmosphäre mit sich. Einige Workshops wurden kurzerhand in den Innenhof oder in den Schlosspark verlegt. Zwischen alten Bäumen und historischen Mauern entstanden spannende Gespräche, neue Ideen und ein reger Austausch – ganz unkompliziert und oft mit einer angenehmen Brise.

Dass die Veranstaltung erneut ein so vielfältiges Programm bieten konnte, war auch der Unterstützung der benachbarten Kreismedienzentren aus Hohenlohe, dem Neckar-Odenwald-Kreis, Schwäbisch Hall, Heilbronn, Tübingen und Esslingen zu verdanken. Gemeinsam entstand ein abwechslungsreiches Angebot mit aktuellen Themen rund um Unterricht und Medienbildung.

Blick hinter die Kulissen des Nachrichtenjournalismus

Den Auftakt machten die SWR-Journalistinnen Katharina Kunz und Ursi Zeilinger. In ihrer Keynote nahmen sie die Teilnehmenden mit in den Redaktionsalltag und zeigten, wie Nachrichten entstehen, wie Informationen überprüft werden und welche Herausforderungen Desinformation und Künstliche Intelligenz für den Journalismus mit sich bringen. Gerade für Schulen, in denen Medienkompetenz zunehmend an Bedeutung gewinnt, bot der Vortrag zahlreiche Anknüpfungspunkte für den Unterricht.

Drei Workshoprunden – für jeden etwas dabei

Anschließend hieß es: auswählen, ausprobieren und mitmachen. In drei Workshoprunden konnten die Teilnehmenden aus über 40 Angeboten wählen.

Ein Schwerpunkt lag auf Künstlicher Intelligenz im Unterricht. Neben einer Einführung in Chatbots ging es um die Frage, wie Lehrkräfte KI sinnvoll für Unterrichtsvorbereitung, Differenzierung oder individuelle Förderung einsetzen können – immer verbunden mit einem reflektierten Blick auf Datenschutz, Urheberrecht und pädagogische Verantwortung.

Ebenso gefragt waren Angebote rund um Programmieren und informatische Bildung. Mit Bee-Bots, Ozobots oder LEGO® SPIKE wurde gezeigt, wie schon Grundschulkinder spielerisch erste Programmiererfahrungen sammeln können. Andere Workshops stellten Coding-Projekte mit dem iPad oder kreative Möglichkeiten der Robotik vor.

Making: Lernen durch Ausprobieren

Großen Andrang gab es auch im Makerspace des Kreismedienzentrums. Hier konnten Lasercutter, Plotter oder 3D-Drucker nicht nur bestaunt, sondern direkt ausprobiert werden. Ein besonderes Highlight war das Makermobil des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, das im Schlosshof Station machte. Ausgestattet mit modernster Technik unterstützt es Schulen im ganzen Land bei kreativen Projekten und machte während der Medienwerkstatt Lust auf eigene Making-Ideen.

Von Fake News bis Waldpädagogik

Neben technischen Themen spielte auch der kritische Umgang mit Medien eine wichtige Rolle. Workshops beschäftigten sich mit Fake News, Nachrichtenkompetenz oder der Frage, welchen Einfluss Influencerinnen und Influencer auf Kinder und Jugendliche haben und wie diese Themen im Unterricht aufgegriffen werden können.

Wer den Blick bewusst nach draußen richten wollte, fand ebenfalls passende Angebote. Beim Workshop „Raus in den Wald“ wurde deutlich, dass Medienbildung nicht ausschließlich digital sein muss. Auch analoge Lernmaterialien, Naturerfahrungen und außerschulische Lernorte können wichtige Bestandteile eines modernen Unterrichts sein. Ebenso konnten die Teilnehmenden beim Rundgang durch das Schloss zahlreiche Material- und Bücherkoffer des Kreismedienzentrums kennenlernen, die Schulen kostenlos ausleihen können.

Ideen mitnehmen – und direkt einsetzen

Zwischen den Workshops blieb genügend Zeit für Gespräche. Viele nutzten die Pausen, um Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen oder sich über gelungene Unterrichtsideen zu unterhalten. Gerade dieser informelle Austausch gehört seit Jahren zu den Stärken der Distelhäuser Medienwerkstatt.

Medienbildung lebt vom Ausprobieren und vom Austausch miteinander“, sagt Ulf Neumann, Leiter des Kreismedienzentrums Main-Tauber-Kreis. „Unser Ziel ist es, Lehrkräften und angehenden Lehrkräften Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie unmittelbar im Unterricht einsetzen können – immer mit Blick auf einen pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien.

Nach zwei intensiven Tagen nahmen die Teilnehmenden zahlreiche neue Ideen, konkrete Materialien und viele Anregungen für ihren Unterricht mit nach Hause. Die Distelhäuser Medienwerkstatt hat damit erneut gezeigt, dass gute Fortbildung vor allem dann gelingt, wenn aktuelle Themen, praktische Erprobung und persönlicher Austausch zusammenkommen.